Zwei Rechnungen, ein Speicher
Im Einfamilienhaus hat ein Batteriespeicher eine einzige Aufgabe: Solarstrom vom Mittag in den Abend zu verschieben. Im Betrieb kommt eine zweite hinzu, die oft schwerer wiegt - und die auch dann funktioniert, wenn auf Ihrem Dach noch kein Modul liegt.
1. Mehr vom eigenen Solarstrom
Was Ihre Anlage mittags mehr produziert, als der Betrieb gerade braucht, geht heute für wenige Cent ins Netz. Ein Speicher hebt diesen Anteil auf und gibt ihn abends oder in der Frühschicht wieder ab - dort ersetzt er teuren Netzbezug.
Wie viel das bringt, hängt davon ab, wie weit Erzeugung und Verbrauch bei Ihnen zeitlich auseinanderliegen.
2. Weniger Leistungspreis
Bei leistungsgemessenen Abnahmestellen zahlen Sie nicht nur für die Menge Strom, sondern zusätzlich für die höchste Leistung, die Sie im Abrechnungszeitraum bezogen haben. Ein einziger Anfahrvorgang kann diesen Wert für ein ganzes Jahr setzen.
Ein Speicher, der genau diese Spitzen abfängt, senkt den abgerechneten Höchstwert - unabhängig von Photovoltaik.
Beide Effekte lassen sich mit einer Anlage erschließen, aber sie konkurrieren um dieselbe Batterie: Kapazität, die für die Abendstunden reserviert ist, steht mittags nicht für eine Lastspitze bereit. Wie die Aufteilung bei Ihnen aussieht, ergibt sich aus Ihrem Lastgang - und genau deshalb fängt jede Auslegung dort an.
Peak Shaving
Wie Lastspitzenkappung funktioniert
Gewerbliche Abnahmestellen mit höherem Verbrauch werden viertelstundengenau gemessen. Aus diesen Messwerten entsteht Ihr Lastgang - eine Kurve, die zeigt, wann Ihr Betrieb wie viel Leistung zieht. Abgerechnet wird daraus zweierlei: die verbrauchte Menge und der höchste Viertelstundenwert des Zeitraums.
Dieser Höchstwert ist der Ansatzpunkt. Er entsteht selten im Normalbetrieb, sondern in Momenten, in denen mehrere Verbraucher zusammenfallen: der Kompressor springt an, während die Lüftung hochfährt und die erste Maschine startet. Ein Speicher erkennt den beginnenden Anstieg und deckt die Differenz aus der Batterie, statt sie aus dem Netz zu ziehen. Nach der Spitze lädt er in einer ruhigen Phase nach.
Für den Betrieb ändert sich dabei nichts - die Maschinen laufen wie vorher. Was sich ändert, ist die Zahl, die am Ende des Zeitraums abgerechnet wird. Wie groß der Effekt ausfällt, lässt sich vorher berechnen: Ihr Lastgang liegt beim Netzbetreiber oder Ihrem Energieversorger vor, und aus ihm lesen wir ab, wie hoch und wie häufig Ihre Spitzen sind und welche Speichergröße sie sicher abfängt.
Ohne Lastgang keine belastbare Aussage. Wer eine Speichergröße nennt, ohne diese Daten gesehen zu haben, rät. Das ist der Grund, warum auf dieser Seite keine Beispielrechnung steht.
Wo ein Speicher sonst noch wirkt
Ladeinfrastruktur abfedern
Ladepunkte für den Fuhrpark erzeugen genau die Lastspitzen, die teuer sind. Ein Speicher puffert sie ab - häufig günstiger, als den Netzanschluss verstärken zu lassen.
Wärmepumpe und Klimatechnik
Beide ziehen Strom in Blöcken. Zusammen mit einem Speicher lässt sich dieser Bezug in Zeiten legen, in denen ohnehin Überschuss da ist.
Schwankende Produktion
Wo einzelne Prozesse kurzzeitig viel Leistung brauchen, glättet der Speicher den Bezug. Das entlastet nicht nur die Rechnung, sondern auch die eigene Elektroinstallation.
Vorbereitung auf Erweiterungen
Wenn absehbar neue Maschinen oder Ladepunkte dazukommen, entscheidet der Speicher mitunter darüber, ob der vorhandene Netzanschluss weiter reicht.
Was ein Speicher nicht ist
- Keine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Ein Gewerbespeicher überbrückt keinen Netzausfall, solange er nicht ausdrücklich dafür ausgelegt und mit einer Netztrennstelle ausgestattet ist. Wer eine USV für die EDV oder für Prozesse braucht, braucht ein eigenes System - sagen Sie es uns im Erstgespräch, dann planen wir es mit.
- Kein Ersatz für eine zu kleine Anlage. Ein Speicher verschiebt Strom, er erzeugt keinen. Wenn zu wenig produziert wird, ist die Photovoltaikanlage der erste Schritt und der Speicher der zweite.
- Keine Selbstläufer-Investition. Ohne Lastgang, ohne Wirtschaftlichkeitsrechnung und ohne Blick auf Ihre Betriebszeiten ist ein Speicher ein teures Gerät im Technikraum. Mit diesen drei Dingen ist er eine Investition mit nachvollziehbarer Rendite - oder ein Vorhaben, von dem wir Ihnen abraten.
Sechs Punkte vor der Bestellung
Was die Größe und den Standort bestimmt
- Lastgang und Verbrauch - Höhe, Häufigkeit und Dauer Ihrer Spitzen bestimmen Leistung und Kapazität
- Vorhandene oder geplante Erzeugung - wie viel Überschuss überhaupt zu speichern ist
- Betriebszeiten - ein Einschichtbetrieb braucht eine andere Auslegung als eine durchlaufende Produktion
- Aufstellort - Batteriespeicher stellen Anforderungen an Raum, Temperatur und Zugänglichkeit; im Zweifel als eigene Einheit im Außenbereich
- Brandschutz - für gewerbliche Speicher gelten eigene Vorgaben an Aufstellraum, Abstände und Zugänglichkeit
- Einbindung in die Elektroinstallation - Messkonzept, Regelung und Zusammenspiel mit vorhandenen Anlagen
Rund um Ihren Gewerbespeicher
Was wir für Sie übernehmen
Vor dem Auftrag
- Lastgangauswertung - wir sagen Ihnen, welche Daten wir brauchen und wo Sie sie bekommen
- Simulation der Einsparung für Eigenverbrauch und Lastspitzen, getrennt ausgewiesen
- Auslegung von Leistung und Kapazität statt Bestellung nach Faustformel
- Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Ihren Preisen - Finanzierung über Viessmann auf Wunsch
Nach dem Auftrag
- Aufstellung und elektrische Einbindung aus einer Hand
- Mess- und Regelkonzept, abgestimmt mit vorhandener Erzeugung und Verbrauchern
- Anmeldung und Inbetriebnahme samt Dokumentation für Betrieb und Buchhaltung
- Wartung und Störungsdienst, auf Wunsch im Servicevertrag
In fünf Schritten zu Ihrem Speicher
1. Erstgespräch
Was soll der Speicher leisten: Eigenverbrauch, Lastspitzen oder beides? Wir sagen Ihnen, welche Daten wir dafür brauchen - kostenfrei.
2. Lastgang beschaffen und auswerten
Die Viertelstundenwerte liegen bei Ihrem Netzbetreiber oder Versorger. Aus ihnen entsteht die Rechnung, alles davor wäre geraten.
3. Angebot mit Wirtschaftlichkeit
Speichergröße, erwartete Einsparung getrennt nach Eigenverbrauch und Leistungspreis, Amortisation - mit Ihren tatsächlichen Preisen.
4. Aufmaß und Detailplanung
Nach der Auftragserteilung das Aufmaß vor Ort: Aufstellort, Leitungswege, Messkonzept und Brandschutz.
5. Aufstellung und Inbetriebnahme
Mit abgestimmten Terminen und festen Ansprechpartnern. Danach Einregelung, Einweisung und Unterlagen. Bezahlt wird nach Abnahme.
Und danach?
Wir behalten im Blick, ob der Speicher tut, was er soll - die Einsparung ist messbar und wird gemessen.
Häufige Fragen zu Gewerbespeichern
Lohnt sich ein Speicher auch ohne Photovoltaikanlage?
Ja, wenn Ihre Abnahmestelle leistungsgemessen ist und ausgeprägte Lastspitzen hat. Die Einsparung entsteht dann allein über den Leistungspreis und hat mit Solarstrom nichts zu tun.
Ob das auf Sie zutrifft, steht in Ihrer Stromrechnung: Wird dort neben dem Arbeitspreis ein Leistungspreis abgerechnet, gehört die Rechnung aufgemacht. Wird nur die Menge abgerechnet, bringt der Speicher ohne eigene Erzeugung wenig - dann ist die Photovoltaikanlage der erste Schritt.
Woher bekommen wir unseren Lastgang?
Von Ihrem Netzbetreiber oder Ihrem Energieversorger. Bei leistungsgemessenen Anschlüssen werden die Viertelstundenwerte ohnehin erfasst; Sie haben Anspruch darauf, sie zu bekommen.
Wir sagen Ihnen im Erstgespräch, wen Sie anschreiben müssen und welchen Zeitraum wir brauchen - ein volles Jahr ist die saubere Grundlage, weil Sommer und Winter unterschiedlich aussehen.
Wie groß muss der Speicher sein?
Das ist zweierlei: die Leistung, mit der er einspeisen kann, und die Kapazität, wie lange er das durchhält. Für Lastspitzen zählt vor allem die Leistung, für den Eigenverbrauch vor allem die Kapazität.
Deshalb gibt es keine Faustformel nach Jahresverbrauch. Aus dem Lastgang lesen wir ab, wie hoch Ihre Spitzen sind und wie lange sie dauern - daraus ergibt sich beides.
Hält der Speicher unseren Betrieb bei Stromausfall am Laufen?
Nicht automatisch. Ein Speicher ist keine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Damit er bei Netzausfall einspringt, braucht es eine Netztrennstelle und eine Auslegung, die genau darauf abzielt - einschließlich der Frage, welche Verbraucher überhaupt weiterlaufen sollen.
Machbar ist das. Es muss nur vorher besprochen und geplant werden, nicht hinterher gewünscht.
Wie lange hält die Batterie?
Batteriespeicher altern durch Nutzung und durch Zeit; Hersteller geben dafür Garantien auf die verbleibende Kapazität nach einer bestimmten Anzahl von Ladezyklen oder Betriebsjahren. Die konkreten Werte stehen im Datenblatt des Geräts, das wir Ihnen anbieten - sie unterscheiden sich zwischen den Herstellern deutlich genug, dass eine Pauschalangabe hier irreführend wäre.
Wichtig für die Rechnung: Die Garantiezeit sollte zur Amortisationsdauer passen. Wenn nicht, stimmt etwas an der Auslegung.
Wo wird so ein Speicher aufgestellt?
In einem eigenen Technikraum, in einem abgetrennten Bereich der Halle oder als geschlossene Einheit im Außenbereich. Entscheidend sind Temperatur, Zugänglichkeit für Wartung und der Brandschutz - für gewerbliche Speicher gelten dabei eigene Anforderungen.
Den Standort legen wir beim Aufmaß gemeinsam mit Ihnen fest - danach, was technisch sinnvoll ist und was der Brandschutz verlangt.
Alles aus einer Hand
Photovoltaik
Der Strom, den der Speicher in den Abend verschiebt.
Wärmepumpen
Hallen und Büros mit Umweltwärme beheizen - ein planbarer Verbraucher.
Mieterstrom
Für Vermieter: Solarstrom an die Bewohner liefern.
Servicevertrag
Wartung, Prüfung und schnelle Hilfe im Störungsfall.
Sie suchen einen Batteriespeicher fürs Eigenheim? Dann geht es hier weiter: Photovoltaik mit Speicher für Privatkunden. Zurück zur Übersicht: Leistungen für Geschäftskunden.
Schicken Sie uns Ihren Lastgang
Aus den Viertelstundenwerten eines Jahres rechnen wir aus, was ein Speicher bei Ihnen einspart - getrennt nach Eigenverbrauch und Leistungspreis. Kostenfrei und unverbindlich.