Viele Geräte, viele Apps - und keine spricht mit der anderen
In den meisten Haushalten ist über die Jahre einiges zusammengekommen: Lampen, die sich per App dimmen lassen, ein Heizkörperthermostat aus dem Baumarkt, ein Rollladenmotor, ein Rauchmelder mit Funk, eine Türklingel mit Kamera, ein Lautsprecher in der Küche. Jedes Gerät bringt seine eigene App mit, und keine davon weiß etwas von den anderen. Am Ende liegen zehn Apps auf dem Telefon - und der schnellste Weg, das Licht auszuschalten, ist immer noch der Schalter an der Wand.
Ein Smart Home ist die Ebene darüber - im Fachjargon eine Haussteuerung. Sie führt zusammen, was da ist, und macht daraus eine Bedienung: ein Panel an der Wand, eine Ansicht auf dem Telefon, ein Satz zum Lautsprecher. Erst dadurch werden aus Einzelgeräten Abläufe, die von selbst laufen, statt einzeln geschaltet zu werden.
Zwei Wege führen dorthin, und sie unterscheiden sich vor allem im Preis: KNX als fest verkabelter Standard und Home Assistant als offene Software, die auf vorhandene Geräte aufsetzt. Welcher Weg für Ihr Smart Home der richtige ist, hängt weniger am Anspruch als am Bauzustand.

Eine Bedienung statt zehn Apps
Licht, Rollläden, Thermostate und Melder liegen auf einer Oberfläche - am Wandpanel, auf dem Telefon und per Sprache. Nicht jedes Gerät mit seiner eigenen App.
Abläufe, an die keiner mehr denken muss
Beschattung vor der Mittagssonne, gedämpftes Licht am Abend, alles aus beim Verlassen des Hauses. Einmal eingerichtet, läuft es ohne Zutun.
Sprachsteuerung in jedem Raum
Alexa, Google Assistant und Siri lassen sich einbinden. Jeder Lautsprecher, der ohnehin bei Ihnen steht, wird damit zur Bedienstelle.
Zwei Wege zum Smart Home
KNX oder Home Assistant - was passt zu Ihrem Haus?
Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Es gibt eine, die seit Jahrzehnten in Neubauten steckt und Kabel braucht, und eine, die auf vorhandene Geräte aufsetzt und deutlich weniger kostet. Welche passt, entscheidet sich an drei Fragen: Wird ohnehin gerade Elektrik verlegt? Wie viele unterschiedliche Geräte sollen zusammenkommen? Und wie wichtig ist es, dass sich in zwanzig Jahren noch jeder Elektriker damit auskennt?
| KNX | Home Assistant | |
|---|---|---|
| Was es ist | Ein herstellerübergreifender Standard für Gebäudetechnik, seit Jahrzehnten am Markt und international genormt. | Eine offene Steuerungssoftware, die auf einem kleinen Rechner im Haus läuft und vorhandene Geräte zusammenführt. |
| Verkabelung | Eigene Busleitung zu jedem Schalter und jedem Verbraucher. Im Neubau und bei der Kernsanierung kein Problem, im bewohnten Bestand aufwendig. | Keine neue Leitung nötig. Bindet ein, was per Funk oder Netzwerk schon da ist. |
| Kosten | Deutlich höher - jedes Bauteil ist Spezialtechnik, dazu kommt die Programmierung. | Der günstige Weg. Die Software selbst kostet nichts, bezahlt werden Hardware und Einrichtung. Die Beratung ist bei uns kostenfrei. |
| Wenn das Internet ausfällt | Läuft weiter. Die Logik steckt in den Geräten selbst, nicht in einer Cloud. | Läuft ebenfalls weiter - die Steuerung liegt im Haus. Nur einzelne angebundene Dienste brauchen die Verbindung. |
| Bedienung an der Wand | Feste Taster und Displays, die zum Schalterprogramm passen. | Ein handelsübliches Tablet an der Wand genügt. |
| Sprachsteuerung | Möglich, aber nur über ein zusätzliches Gateway - nicht Teil der Installation selbst. | Alexa, Google Assistant und Siri lassen sich einbinden. Jeder Lautsprecher, der ohnehin im Haus steht, wird zur Bedienstelle. |
| Wofür es sich anbietet | Neubau und Kernsanierung, wenn die Installation für Jahrzehnte stehen soll. | Bestandsgebäude und alle, die vorhandene Geräte verbinden wollen, ohne die Wände zu öffnen. |
| Was dagegen spricht | Der Preis, und dass jede spätere Änderung wieder über einen Fachbetrieb läuft. | Die Vielfalt der Anbindungen bringt Pflegeaufwand mit sich - dafür gibt es unseren Servicevertrag. |
Wir bieten beide Wege an und empfehlen in den allermeisten Fällen Home Assistant. Dafür sprechen drei Dinge: Es ist flexibler, weil sich nahezu jedes Gerät einbinden lässt und nicht nur eine zertifizierte Auswahl. Es hat den weitaus größeren Rückhalt - eine sehr große Gemeinschaft liefert laufend neue Anbindungen nach, oft schneller, als Hersteller ihre eigenen Systeme nachziehen. Und es ist um ein Vielfaches günstiger, weil im Bestand die Busleitung der mit Abstand teuerste Posten des ganzen Projekts wäre.
Für KNX sprechen wir uns dort aus, wo ohnehin gebaut wird und die Installation Jahrzehnte unverändert stehen soll. Das ist eine klare, aber enge Empfehlung - und in einem bewohnten Haus trifft sie fast nie zu.
Unsere Empfehlung
Home Assistant: offen, flexibel und deutlich günstiger
Home Assistant ist eine quelloffene Steuerungssoftware, die auf einem kleinen Rechner im Haus läuft. Ihre Stärke ist die Breite: Sie spricht mit Geräten sehr vieler Hersteller, auch mit solchen, die eigentlich nur ihre eigene App kennen. Damit lässt sich zusammenführen, was über die Jahre gewachsen ist - ohne dass Sie sich für einen Anbieter entscheiden und alles andere ersetzen müssten.
- Sehr hohe Kompatibilität. Licht, Steckdosen, Rollläden und Markisen, Heizkörper- und Raumthermostate, Tür- und Fensterkontakte, Bewegungs- und Rauchmelder, Kameras, Türsprechstellen, Lautsprecher - und das über Herstellergrenzen und Funkstandards hinweg.
- Ein Bedienpanel aus einem handelsüblichen Tablet. Kein Spezialdisplay zum Vielfachen des Preises: ein Tablet in einer Wandhalterung, dauerhaft mit Strom versorgt, zeigt Ihre Oberfläche.
- Sprachsteuerung mit dem, was schon da ist. Alexa, der Google Assistant und Siri lassen sich anbinden. Jeder Lautsprecher dieser Art, der bei Ihnen ohnehin steht, wird damit zur Bedienstelle - ohne zusätzliche Hardware und in jedem Raum, in dem schon einer steht.
- Die Steuerung bleibt im Haus. Sie läuft auf einem kleinen Rechner bei Ihnen, nicht auf einem fremden Server. Fällt das Internet aus, schaltet das Licht trotzdem.
- Erweiterbar, ohne alles neu zu machen. Kommt in zwei Jahren ein weiterer Raum oder ein neues Gerät dazu, wird es eingebunden - nicht die Anlage getauscht.
Was wir übernehmen, ist der Teil, an dem es sonst scheitert: die saubere Einrichtung. Welcher Rechner, wie kommt er ins Netz, welche Geräte werden wie angebunden, welche Abläufe laufen automatisch - und eine Oberfläche, die auch bedienen kann, wer sie nicht eingerichtet hat.
Was sich in Ihrem Fall einbinden lässt, hängt am einzelnen Gerät. Die Bandbreite ist groß, aber sie ist nicht unbegrenzt - manche Hersteller machen ihre Geräte bewusst dicht. Deshalb steht bei uns die Bestandsaufnahme am Anfang: Wir sehen uns an, was bei Ihnen steht, und sagen Ihnen vorher, was geht und was nicht. Lieber eine Absage im Beratungsgespräch als eine Überraschung nach dem Auftrag.
KNX: der Weg für den Neubau
KNX ist der etablierte Standard der Gebäudetechnik. Alle Bauteile hängen an einer eigenen Busleitung und sind so programmiert, dass sie auch ohne zentrale Steuerung funktionieren: Fällt ein Gerät aus, schalten die übrigen weiter. Genau deshalb steckt KNX in Bürogebäuden, Schulen und gehobenen Neubauten.
Der Preis dafür ist die Leitung. Sie muss zu jedem Taster und jedem Verbraucher - im Rohbau eine Selbstverständlichkeit, im bewohnten Haus eine Baustelle. Wer ohnehin die Elektrik erneuert, sollte KNX ernsthaft prüfen. Wer nur seine vorhandenen Geräte verbinden möchte, zahlt für Möglichkeiten, die er nicht braucht.
Weil KNX herstellerübergreifend genormt ist, sind Sie nicht an eine Marke gebunden und finden auch in zwanzig Jahren noch Fachbetriebe, die damit umgehen können. Das ist das eigentliche Argument - nicht der Funktionsumfang, sondern die Haltbarkeit der Entscheidung.

Was in der Praxis läuft
Womit der Alltag leichter wird
Komfort im Alltag
- Licht und Szenen - gedimmtes Licht am Abend, helles Licht in der Küche, alles aus mit einem Griff an der Tür
- Beschattung nach Sonnenstand - Rollläden und Markisen fahren vor der Mittagshitze herunter, im Winter lassen sie die Sonne herein
- Raumtemperatur nach Anwesenheit statt nach Uhrzeit - einzelne Räume werden nur warm, wenn sie auch genutzt werden
- Alles aus beim Verlassen des Hauses - Licht, Steckdosen und Standby-Verbraucher in einem Schritt
Sicherheit und Überblick
- Tür- und Fensterkontakte, die melden, wenn beim Verlassen noch etwas offen steht
- Anwesenheitssimulation im Urlaub, die sich am tatsächlichen Tagesablauf orientiert
- Türsprechstelle und Kamera auf dem Panel und auf dem Telefon
- Benachrichtigungen bei Rauch, Wasser oder offenem Fenster bei Regen
Welche davon bei Ihnen umsetzbar sind, hängt an den Geräten, die schon da sind, und an denen, die dazukommen sollen. Das klären wir vorher - nicht hinterher.
Häufige Fragen zum Smart Home
Funktioniert das mit meinen vorhandenen Geräten?
Oft ja, und genau das ist die Stärke des offenen Weges. Viele Funkkomponenten, Lampen, Thermostate, Melder und Kameras gängiger Hersteller lassen sich einbinden, auch wenn sie ursprünglich nur ihre eigene App mitbringen.
Pauschal versprechen lässt sich das aber nicht: Einzelne Hersteller halten ihre Geräte bewusst geschlossen. Sicher sagen können wir es erst, wenn wir die Liste Ihrer Geräte kennen - deshalb steht die Bestandsaufnahme am Anfang und nicht das Angebot.
Muss ich mich später selbst darum kümmern?
Sie können, müssen aber nicht. Wer möchte, bekommt Zugang zu allen Einstellungen und kann eigene Abläufe bauen - dafür ist Home Assistant gemacht. Wer das nicht möchte, lässt es eingerichtet, wie es übergeben wurde.
Für den laufenden Betrieb gibt es unseren Servicevertrag: Aktualisierungen, Nachjustieren, Hilfe wenn ein Gerät nach einem Herstellerupdate aussteigt.
Was passiert mit meinen Daten?
Die Steuerung läuft auf einem Rechner in Ihrem Haus. Schaltzustände, Anwesenheit und Sensorwerte bleiben dort, solange Sie nichts anderes einrichten. Das ist ein handfester Unterschied zu Systemen, bei denen jeder Schaltbefehl über einen Server des Herstellers läuft.
Ein Fernzugriff von unterwegs ist möglich und wird auf Wunsch eingerichtet - dann aber bewusst und abgesichert, nicht als Standardeinstellung.
Eine Ausnahme sind Sprachassistenten: Wer Alexa oder den Google Assistant nutzt, schickt den Sprachbefehl zwangsläufig über die Server des jeweiligen Anbieters - das ist bei diesen Geräten immer so, unabhängig von der Haussteuerung. Wem das zu weit geht, der lässt die Anbindung weg und bedient über Panel und App; alles andere funktioniert unverändert.
Was passiert, wenn der kleine Rechner ausfällt?
Dann bleibt das Haus bedienbar. Schalter, Taster und die Geräte selbst funktionieren weiter wie vorher - was ausfällt, sind die automatischen Abläufe und die gemeinsame Oberfläche.
Damit es gar nicht so weit kommt, gehört eine regelmäßige Sicherung zur Einrichtung dazu. Im Ernstfall ist der Stand damit auf einem Ersatzgerät wiederhergestellt, ohne dass alles neu eingerichtet werden muss.
Lohnt sich KNX für ein bestehendes Haus überhaupt noch?
Nur, wenn ohnehin gebaut wird. Wird die Elektrik erneuert, sind Schlitze und Leerrohre sowieso offen - dann ist der Aufpreis überschaubar und die Installation hält Jahrzehnte.
Steht das nicht an, ist der offene Weg die ehrlichere Empfehlung. Für das Geld, das die Busleitung im bewohnten Haus kostet, bekommen Sie eine vollständige Steuerung samt Bedienpanel - und haben noch etwas übrig.
Wie lange dauert die Einrichtung?
Das hängt an der Zahl der Geräte, nicht an der Größe des Hauses. Eine überschaubare Anlage - ein Bedienpanel, Licht, Beschattung und ein paar Melder - ist in der Regel an einem Tag eingerichtet und läuft danach im Probebetrieb.
Die Feinarbeit kommt in den Wochen danach: Abläufe nachschärfen, Zeiten anpassen, Ausnahmen ergänzen. Dafür melden wir uns noch einmal, wenn Sie ein paar Wochen damit gelebt haben.
So gehen wir vor
1. Bestandsaufnahme
Welche Geräte sind da, welche sollen dazukommen, was soll die Steuerung übernehmen. Ohne diese Liste ist jedes Angebot geraten.
2. Weg festlegen
KNX oder der offene Weg - entschieden am Bauzustand und an dem, was zusammenkommen soll, nicht am Katalog.
3. Angebot
Hardware, Einrichtung, Bedienpanel und der Umfang der Automatisierung, aufgeschlüsselt statt als Pauschale.
4. Einrichtung
Aufbau, Anbindung der Geräte, Abläufe und Oberfläche. Am Ende steht eine Bedienung, die auch der Rest des Haushalts versteht.
5. Feinschliff nach den ersten Wochen
Wenn Sie eine Weile damit gelebt haben, justieren wir nach - dort entscheidet sich, ob die Steuerung im Alltag trägt.
Und danach?
Wir bleiben Ansprechpartner: für Erweiterungen, für Aktualisierungen und für den Fall, dass ein Gerät nach einem Herstellerupdate nicht mehr mitspielt.
Alles aus einer Hand
Photovoltaik
Eigener Strom vom Dach, von der Planung bis zur Inbetriebnahme.
Wärmepumpen
Heizen mit Umweltwärme - mit staatlicher Förderung.
Klimaanlagen
Im Sommer kühlen, in der Übergangszeit heizen.
Servicevertrag
Wartung, Aktualisierungen und schnelle Hilfe, wenn etwas hakt.
Was soll bei Ihnen zusammenarbeiten?
Sagen Sie uns, welche Geräte im Haus stehen - wir sagen Ihnen, was sich davon verbinden lässt und was es bringt. Unverbindlich und kostenfrei.