Kaum ein Satz hält sich so hartnäckig: „Im Altbau funktioniert keine Wärmepumpe.“ Er ist in dieser Form falsch. Richtig ist, dass es im Altbau öfter schiefgeht – und zwar immer aus demselben Grund.
Nicht das Baujahr, die Heizlast
Entscheidend ist, wie viel Wärme Ihr Haus an einem kalten Tag verliert. Das ist die Heizlast, gemessen in Kilowatt. Zwei Häuser aus demselben Jahr können sich darin um den Faktor zwei unterscheiden – je nachdem, ob Fenster, Dach oder Fassade zwischenzeitlich angefasst wurden.
Ein Haus von 1960 mit neuen Fenstern und gedämmter Dachschräge kann eine niedrigere Heizlast haben als ein Haus von 1995, an dem nie etwas gemacht wurde. Das Baujahr allein sagt darüber nichts.
Die zweite Zahl: die Vorlauftemperatur
Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Temperatur ist, mit der sie das Heizwasser liefern muss. Fußbodenheizung ist ideal, große Heizkörper funktionieren gut, kleine alte Rippenheizkörper sind das Problem.
Der praktische Test kostet nichts: Drehen Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung schrittweise herunter. Wird es im Haus weiterhin warm, ist die Voraussetzung erfüllt. Wird es das nicht, wissen Sie, wo Sie ansetzen müssen – meist an einzelnen Räumen, nicht am ganzen Haus.
Was daraus folgt
Die Frage ist selten „Wärmepumpe ja oder nein“, sondern „was muss vorher passieren“. Manchmal sind es zwei größere Heizkörper, manchmal ein hydraulischer Abgleich, manchmal tatsächlich eine Dämmmaßnahme. Und manchmal nichts.
Die Heizlast Ihres Hauses können Sie bei uns selbst überschlagen – mit den Klimadaten Ihrer Postleitzahl: zur Heizlastberechnung. Für die belastbare Auslegung sehen wir uns das Haus danach an.